Liebesgedichte – Rattenmond

Liebesgedichte - Rattenmond

Liebesgedichte – Rattenmond

Der Mond – so weit entfernt –
er thront, von Licht umsternt
in Finsternis, die lichtgeschaffen
entfernte Welten birgt – versteckt
der Sonnenlichter sichrer Hafen
von der Ewigkeit erweckt Silbern ist sein Licht, es dringt
so tot und kalt durch Nacht, es singt
sich selbst in erdgebundne Hallen
wo Menschen ruhn in tief erschöpftem Schlaf
es scheint auf ihre Stirn zu fallen
es scheint, daß es die Seelen traf Die Träume werfen ihre Leinen
aus und widerstrebend zu vereinen
beginnt die Mondeskraft die Seelen
eigen waren einst Gedanken
doch warum sich damit quälen
flüstern, die das Mondlicht tranken Nun Erwachen, doch die Schatten
ihrer selbst, geformt wie Ratten
sammeln sich zu einem Schwarm
da sieht man tote Augen blitzen
Schattenzähne drohen Harm
wie ihre Trippelbeine flitzen über kalte Pflastersteine
bewegen sich die tausend Beine
sie scharren hastig durch die Nacht
getrieben von den finstren Mächten
die sie zu jenem Mob gemacht
denn wer kann Menschenmassen fechten? Stürmen tun sie heilig
Stätten, gänzlich emsig, eifrig, eilig
verrichten ihr Zerstörungswerk
sei liegen tot in ihren Betten
und krönen den Verwesungsberg
denn nichts und niemand konnt‘ sich retten

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