Liebesgedichte – Prinz Roccocco von Joseph von Eichendorff

Liebesgedichte – Prinz Roccocco von Joseph von Eichendorff

Prinz Roccocco, hast dir Gassen Abgezirkelt fein von Bäumen Und die Bäume scheren lassen, Daß sie nicht vom Wald mehr träumen.

Wo sonst nur gemein Gefieder Ließ sein bäurisch Lied erschallen, Muß ein Papagei jetzt bieder: ?Vivat Prinz Roccocco!? lallen.

Quellen, die sich unterfingen, Durch die Waldesnacht zu tosen, Läßt du als Fontänen springen Und mit goldnen Bällen kosen.

Und bei ihrem sanften Rauschen Geht Damöt bebändert flöten Und in Rosenhecken lauschen Daphnen fromm entzückt Damöten.

Prinz Roccocco, Prinz Roccocco, Laß dir raten, sei nicht dumm! In den Bäumen, wie in Träumen, Gehen Frühlingsstimmen um.

Springbrunn in dem Marmorbecken Singt ein wunderbares Lied, Deine Taxusbäume recken Sehnend sich aus Reih und Glied.

Daphne will nicht weiter schweifen Und Damöt erschrocken schmält, Können beide nicht begreifen, Was sich da der Wald erzählt.

Laß die Wälder ungeschoren, Anders rauscht’s, als du gedacht Sie sind mit dem Lenz verschworen, Und der Lenz kommt über Nacht.