Liebesgedichte – Pflicht zu verliebten Gesprächen von Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Liebesgedichte – Pflicht zu verliebten Gesprächen von Johann Wilhelm Ludwig Gleim

 

In den lauten Nachtigallen Lockt und schlägt und jauchzt die Liebe; In der Lerche unterm Himmel Lobt und tiriliert die Liebe; In dem Enter auf dem Wasser Schwimmt und schnattert nichts als Liebe; In den Schwalben unterm Dache Zwitschert, baut und spricht die Liebe; In den Spatzen vor dem Fenster Lauscht und ruft und hüpft die Liebe; In dem Täuber, in der Taube Girrt und lockt und lacht die Liebe; In den Tönen meiner Laute Klingt und lobt und scherzt die Liebe; In dem Kind auf meinem Schoße Hüpft und scherzt und singt die Liebe: Alles Wild in freiem Felde, Alle Vögel unterm Himmel, Haben Stimmen zu der Liebe; Alles scherzt und spricht vom Lieben; Soll ich denn davon nicht sprechen?