Liebesgedichte – Im unglücklichen tone dessen von… von Stefan George

Liebesgedichte – Im unglücklichen tone dessen von… von Stefan George

Löset von diesem brief sanft den knoten ? Empfanget ohne groll meinen boten ? Denket er käme von einem toten!

Als ich zuerst euch traf habt ihr gesprochen: “Dort haust ein wurm der jeden feind verachtet” Zu seinen klüften bin ich flugs gesprengt ? Nach heissem ringen hab ich ihn erstochen ? Doch seitdem blieb mein haar versengt – Worob ihr lachtet.

“Ich hätte gern den turban des korsaren” So scherztet ihr – ich folgte blind Und bin aufs meer in lärm und streit gefahren ? Mit meinem linken arme musst ich’s büssen ? Den turban legt ich euch zu füssen ? Ihr schenktet ihn als spielzeug einem kind.

Ihr saht wie ich mein glück und meinen leib In eurem dienst verdarb ? Euch grämte nicht in fährden mein verbleib ? Ihr danktet kaum wenn ich in sturm und staub Euch ruhm erwarb Und bliebet meinem flehen taub.

Nun leid ich an einer tiefen wunde ? Doch dringt euer lob bis zur letzten stunde ? Schöne dame ? aus meinem munde.