Liebesgedichte – Erstarrung von Wilhelm Müller

Ich such im Schnee vergebens Nach ihrer Tritte Spur, Hier, wo wir oft gewandelt Selbander durch die Flur.

Ich will den Boden küssen, durchdringen Eis und Schnee Mit meinen heißen Thränen, Bis ich die Erde seh.

Wo find ich eine Blüthe Wo find ich grünes Gras? Die Blumen sind erstorben, Der Rasen sieht so blaß.

Soll denn kein Angedenken Ich nehmen mit von hier? Wenn meine Schmerzen schweigen, Wer sagt mir dann von ihr?

Mein Herz ist wie erstorben, Kalt starrt ihr Bild darin: Schmilzt je das Herz mir wieder, Fließt auch das Bild dahin