Liebesgedichte – Begegnung in der Kastanien-Allee von Rainer Maria Rilke

Ihm ward des Eingangs grüne Dunkelheit kühl wie ein Seidenmantel umgegeben den er noch nahm und ordnete: als eben am andern transparenten Ende, weit,

aus grüner Sonne, wie aus grünen Scheiben, weiß eine einzelne Gestalt aufleuchtete, um lange fern zu bleiben und schließlich, von dem Lichterniedertreiben bei jedem Schritte überwallt,

ein helles Wechseln auf sich herzutragen, das scheu im Blond nach hinten lief. Aber auf einmal war der Schatten tief, und nahe Augen lagen aufgeschlagen

in einem neuen deutlichen Gesicht, das wie in einem Bildnis verweilte in dem Moment, da man sich wieder teilte: erst war es immer, und dann war es nicht.