Liebesgedichte – An das Herz von Gottfried August Bürger

Liebesgedichte – An das Herz von Gottfried August Bürger

 

Lange schon in manchem Sturm’ und Drange Wandeln meine Füße durch die Welt. Bald den Lebensmüden beigesellt, Ruh’ ich aus von meinem Pilgergange.

Leise sinkend faltet sich die Wange; Jede meiner Blüten welkt und fällt. Herz, ich muß dich fragen: Was erhält Dich in Kraft und Fülle noch so lange?

Trotz der Zeit Despoten-Allgewalt, Fährst du fort, wie in des Lenzes Tagen, Liebend wie die Nachtigall zu schlagen.

Aber ach! Aurora hört es kalt, Was ihr Tithons Lippen Holdes sagen. – Herz, ich wollte, du auch würdest alt!