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Heiraten im Zeitalter der Polygamie?
Hochzeit

Heiraten im Zeitalter der Polygamie?

Heiraten im Zeitalter der Polygamie?

Unsere westliche Zivilisation ist stark von christlichen Werten geprägt, die uns Nächstenliebe und Treue in der Partnerschaft als die moralisch wichtigsten Werte des menschlichen Lebens diktieren. An diesen Werten ist zunächst auch nichts auszusetzen, denn immerhin sorgen sie in unserer Gesellschaft unter anderem dafür, dass Thomas Hobbes‘ Befürchtung nicht wahr und „der Mensch nicht des Menschen Wolf“ wird. Zumindest weniger oft.

 

Doch sind diese „Richtlinien“ in Hinsicht auf unsere moderne Welt überhaupt noch gültig bzw. haltbar? Sollte in einer Welt, in der Abtreibungen und Homosexualität immer weiträumiger als „natürliche Vorkommnisse“ akzeptiert werden, nicht auch Monogamie für überholt erklärt werden und der Polygamie weichen? Denn eins ist klar: Unsere tierischen Instinkte, die zur Fortpflanzung drängen, scheinen die Polygamie im Sinne der Erhaltung unserer Rasse als die richtige Geisteshaltung zu unterstreichen. Gerade im Zeitalter der durch das Internet global vernetzten Welt, ist die Auswahl der Sexualpartner größer denn je und durch aktuell angesagte Handy-APPs wie Tinder war das gezielte Kennenlernen des anderen Geschlechts auch noch nie einfacher. Wegen Selbstbefriedigung oder vorehelichem Sex geißelt sich ja heutzutage auch niemand mehr, wieso also an überholten Werten und dem Korsett einer monogamen Beziehung festhalten?

Statistisch gesehen werden immer noch unglaublich viele Ehen geschieden oder müssen zähneknirschend unter dem Wissen weiterbestehen, dass einer oder beide Partner aus Langeweile mindestens schon einmal fremdgegangen sind. Von Natur aus scheinen wir also eher dazu vorgesehen zu sein mit mehr als nur einem Partner Lebenszeit zu verbringen. Und da es den Menschen in vielen Industrieländern sehr gut geht und derzeitig auch kein Krieg zum Zusammenschluss und Zusammenhalt drängt, scheinen langjährige monogame Beziehungen, geschweige denn eine Heirat, überflüssig zu sein. Diese Überlegung wird besonders durch die Tatsache untermauert, dass Frauen dieser Tage stark und unabhängig und durch eine eigene Karriere nicht mehr auf einen lebenslangen „Versorger“ angewiesen sind.
Was also sollte uns noch dazu bewegen eine monogame Beziehung im Rahmen einer Ehe zu leben?

Wo bleibt ohne Hochzeit die Romantik?

Ein erstes Herzklopfen spüren, dann die erste Liebe in Teeny-Tagen genießen und später das “Highschool-Sweetheart” ehelichen – diese Vorstellung lässt vielen Menschen das Herz aufgehen. Und tatsächlich kann Heiraten immer noch eine sehr romantische Bekundung sein, den einen richtigen Menschen getroffen zu haben, und diesem aus vollkommen freien Stücken treu sein zu wollen. Genau diese „Mind over Matter“-Haltung ist sicherlich einer der Gründe, warum immer noch geheiratet wird: Trotz den natürlichen Trieben, die den Menschen manchmal die Lenden brennen lassen, entscheiden sie sich für Monogamie und Treue. Einfach weil sie es können und wollen.

 

Natürlich könnte nun argumentiert werden, dass Heiraten ein über viele Generationen konditioniertes Verhalten und die Angst vor Eifersucht und Betrug ist. Und sicherlich stimmt das auch in gewisser Weise. Was die Eltern vorgemacht haben, kann doch nicht vollkommen falsch sein, oder?

Doch der Mensch lebt eben nicht nur vom Brot (Sex) allein. Neben Steuervorteilen Verheirateter und einem sicheren sozialen Gefüge für möglichen Nachwuchs, kann auch ein Verlangen nach geistiger Befriedigung durch Romantik eine Heirat als sehr erstrebenswert erscheinen lassen. Gerade, wenn sich beide Ehepartner in der Jugend „die Hörner abgestoßen haben“, kann der Gedanke an den feierlichen Ritus der Hochzeit sehr verlockend werden. Gerade in unseren Breiten gibt es ein schönes und über viele Jahrhunderte tradiertes Hochzeits-Brauchtum, welches für viele Paare den schönsten Tag im Leben markiert und auch im hohen Alter, beim Durchsehen von Fotos, noch für glückliches Lächeln sorgt. Denn wie sagte schon Albert Einstein so treffend? „Wenn wir jung sind, gelten alle Gedanken der Liebe. Im Alter gilt alle Liebe den Gedanken.“

Vielleicht wird es in Zukunft, wenn religiöse Traditionen immer mehr hinter neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zurücktreten, so etwas wie Heirat in dieser zeremoniellen Form nicht mehr geben. Doch bis es soweit ist, wird die Heirat mit ihrer impliziten Monogamie mindestens einen gleichberechtigten Stellenwert neben einer „moderneren Polygamie“ behalten.