Gedichte & Werke von Ludwig Uhland 1787- 1862

*der Autor Ludwig Uhland geboren am 26. April 1787 in Tübingen, von 1802 bis 1808 studiert er Jura und Sprachen in Tübingen, während seiner Studienzeit gibt er gemeinsam mit K. Maier und J. Kerner ein “Sonntagsblatt für ungebildete Stände” heraus, eine Art Gegenschrift zum Morgenblatt für gebildete Stände, 1810-1814 ist er Sekretär im Justizministerium, dann Rechtsanwalt in Stuttgart. Da er es ablehnt, dem König, der 1805 widerrechtlich den Landtag aufgelöst hatte, den Eid zu schwören, kann Uhland kein Staatsbeamter werden. Er wird 1829 Professor für deutsche Sprache und Literatur in Tübingen, legt 1838 seine Professur nieder und arbeitet als Privatgelehrter. Er stirbt am 13. November 1862 in Tübingen.

Frühlingslied des Rezensenten von Ludwig Uhland

Frühling ist’s, ich laß es gelten,

Und mich freut’s, ich muß gestehen,

Daß man kann spazieren gehen,

Ohne just sich zu erkälten.

Störche kommen an und Schwalben,

Nicht zu frühe, nicht zu frühe!

Blühe nur, mein Bäumchen, blühe!

Meinethalben, meinethalben!

Ja! ich fühl ein wenig Wonne,

Denn die Lerche singt erträglich,

Philomele nicht alltäglich,

Nicht so übel scheint die Sonne.

Daß es keinen überrasche,

Mich im grünen Feld zu sehen!

Nicht verschmäh ich auszugehen,

Kleistens Frühling in der Tasche.