Liebesgedichte von Georg Heym

Georg Heym 1887 - 1912 * der Autor Georg Heym Geboren

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    Liebesgedichte,  Liebesgedichte von Georg Heym

    Gedichte von Liebe & Leben – Mitte des Winters von Georg Heym

    Gedichte von Liebe & Leben – Mitte des Winters von Georg Heym   Das Jahr geht zornig aus. Und kleine Tage Sind viel verstreut wie Hütten in den Winter. Und Nächte ohne Leuchten, ohne Stunden, Und grauer Morgen ungewisser Bilder. Sommerzeit, Herbstzeit, alles geht vorüber, Und brauner Tod hat jede Frucht ergriffen. Und andre kalte Sterne sind im Dunkel, Die wir zuvor nicht sahn vom Dach der Schiffe. Weglos ist jedes Leben. Und verworren Ein jeder Pfad. Und keiner weiß das Ende, Und wer da suchet, daß er Einen fände, Der sieht ihn stumm und schüttelnd leere Hände.

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    Liebesgedichte,  Liebesgedichte von Georg Heym

    Gedichte von Liebe & Leben – Gewölke gleich von Georg Heym

    Gedichte von Liebe & Leben – Gewölke gleich von Georg Heym   Gewölke gleich, das stirbt in dürrer Stille Im götterlosen Herbst auf kahler Flur, Zergingen alle Träume. Und uns blieben Nur schale Krüge und ein starrer Kranz. In Morgen-Wehmut schien es zu zerrinnen, Was noch im Träume-Feuer glomm, Wir lagen stumm in dem erfrornen Himmel Und hörten unten dumpf der Tore Schall. Du ruhtest noch, verwelkt, im frühen Schlummer, Der sich von deiner Schläfe langsam hob, Und wie ein Trauermantel kühlen Fluges Im Dunkel sich der Stuben klein verlor. Ein weißes Licht ging über deine Lippen, Du wachtest auf und lagst an meiner Brust, Und ich, wie eine Distel dürr und trOcken, Verbarg in flache Küsse deine Stirn. Vergiß! Und komm. Daß ich, Ischariot, Noch einmal deines Mundes Flammen wecke Und singen kann. Daß ich die Lider senke Und wie ein Schiff auf roten Finsternissen Durch blasse Sterne, die versinken wollen, In leere Weiten treibe und den Tod, Den Vögeln gleich, die unter großem Fittich Verbergen hoch ein böses Morgenrot.