Liebesgedichte von Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff 1797 - 1848 * der Autorin Annette von Droste-Hülshoff

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    Liebesgedichte,  Liebesgedichte von Annette von Droste-Hülshoff

    Liebesgedichte – Das Liebhabertheater von Annette von Droste-Hülshoff

    Liebesgedichte – Das Liebhabertheater von Annette von Droste-Hülshoff   Meinst du, wir hätten jetzt Dezemberschnee? Noch eben stand ich vor dem schönsten Hain, So grün und kräftig sah ich keinen je. Die Windsbraut fuhr, der Donner knallte drein, Und seine Zweige trotzten wie gegossen, Gleich an des Parkes Tor ein Häuschen stand, Mit Kränzen war geschmückt die schlichte Wand, Die haben nicht gezittert vor den Schlossen, Das nenn‘ ich Kränze doch und einen Hain! Und denkst du wohl, wir hätten finstre Nacht? Des Morgens Gluten wallten eben noch, Rotglühend, wie des Lavastromes Macht Hernieder knistert von Vesuves Joch; Nie sah so prächtig man Auroren ziehen! An unsre Augen schlugen wir die Hand, Und dachten schier, der Felsen steh‘ in Brand, Die Hirten sahn wir wie Dämone glühen; Das nenn‘ ich einen Sonnenaufgang doch! Und sprichst du unsres Landes Nymphen Hohn? Noch eben schlüpfte durch des Forstes Hau Ein Mädchen, voll und sinnig wie der Mohn, Gewiß, sie war die allerschönste Frau! Ihr weißes Händchen hielt den blanken Spaten, Der kleine Fuß, in Zwickelstrumpf und Schuh, Hob sich so schwebend, trat so zierlich zu, Und hör, ich will es dir nur gleich verraten, Der schönen Clara glich sie ganz genau. Und sagst du, diese habe mein gelacht? O hättest du sie heute nur gesehn, Wie schlau sie meine Blicke hat bewacht, Wie zärtlich konnte ihre Augen drehn, Und welche süße Worte ihr entquollen! Recht wo ich stand, dorthin hat sie geweint: ?Mein teures Herz, mein Leben, einz’ger Freund!? Das schien ihr von den Lippen nur zu rollen. War das nicht richtig angebracht, und schön? Doch eins nur, eines noch verhehlt‘ ich dir, Und fürchte sehr, es trage wenig ein; Der Wald war brettern und der Kranz Papier, Das Morgenrot Bengalens Feuerschein, Und als sie ließ so süße Worte wandern, Ach, ob sie gleich dabei mich angeblickt, Der dicht an das Orchester war gerückt, Doch fürcht‘ ich fast, sie galten einem andern! Was meinst du, sollte das wohl möglich sein?

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    Liebesgedichte,  Liebesgedichte von Annette von Droste-Hülshoff

    Liebesgedichte – Das Spiegelbild von Annette von Droste-Hülshoff

    Liebesgedichte – Das Spiegelbild von Annette von Droste-Hülshoff   Schaust du mich an aus dem Kristall, Mit deiner Augen Nebelball, Kometen gleich die im Verbleichen; Mit Zügen, worin wunderlich Zwei Seelen wie Spione sich Umschleichen, ja, dann flüstre ich: Phantom, du bist nicht meines Gleichen! Bist nur entschlüpft der Träume Hut, Zu eisen mir das warme Blut, Die dunkle Locke mir zu blassen; Und dennoch, dämmerndes Gesicht, Drin seltsam spielt ein Doppellicht, Trätest du vor, ich weiss es nicht, Würd’ ich dich lieben oder hassen? Zu deiner Stirne Herrscherthron, Wo die Gedanken leisten Frohn Wie Knechte, würd ich schüchtern blicken; Doch von des Auges kaltem Glast, Voll todten Lichts, gebrochen fast, Gespenstig, würd, ein scheuer Gast, Weit, weit ich meinen Schemel rücken. Und was den Mund umspielt so lind, So weich und hülflos wie ein Kind, Das möcht in treue Hut ich bergen; Und wieder, wenn er höhnend spielt, Wie von gespanntem Bogen zielt, Wenn leis’ es durch die Züge wühlt, Dann möcht ich fliehen wie vor Schergen. Es ist gewiss, du bist nicht Ich, Ein fremdes Daseyn, dem ich mich Wie Moses nahe, unbeschuhet, Voll Kräfte, die mir nicht bewußt, Voll fremden Leides, fremder Lust; Gnade mir Gott, wenn in der Brust Mir schlummernd deine Seele ruhet! Und dennoch fühl ich, wie verwandt, Zu deinen Schauern mich gebannt, Und Liebe muss der Furcht sich einen. Ja, trätest aus Kristalles Rund, Phantom, du lebend auf den Grund, Nur leise zittern würd ich, und Mich dünkt – ich würde um dich weinen!