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Liebesgedichte – Komm heraus, komm heraus von Clemens Brentano

Liebesgedichte – Komm heraus, komm heraus von Clemens Brentano

Liebesgedichte – Komm heraus, komm heraus von Clemens Brentano

 

Komm heraus, komm heraus, du schöne schöne Braut,
Deine guten Tage sind nun alle, alle aus.
Deine Jungfraun läßt du stehn,
Willst nun zu den Weibern gehn.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Lege ab, lege ab auf ew’ge, ew’ge Zeit
Schild und Schwert und Panzer, deine Waffen, dein Geschmeid.

Aus dem Helm ins Haubelein
Schließest du die Locken ein.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Lache nur, lache nur, die roten, roten Schuh
Werden dich einst drücken. sie sind eng genug dazu,
Wenn wir zu dem Tanze gehn,
Wirst du bei der Wiege stehn.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Winke nur, winke nur, sind nur leichte, leichte Wink‘,
Bis du an dem Finger trägst den goldnen Sklavenring,
Goldne Ketten legst du an,
Und beschwerlich wird die Bahn!

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Tanze nur, tanze nur deinen letzten letzten Tanz,
In der Sonne welket bald dein schöner Hochzeitskranz.
Lasse nur die Blumen stehn,
Auf den Acker mußt du gehen.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

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Liebesgedichte – Clemens Brentano 1778 – 1842

Liebesgedichte – Clemens Brentano 1778 – 1842

* der Autor Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche * 9. September 1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz); † 28. Juli 1842 in Aschaffenburg war ein deutscher Schriftsteller und neben Achim von Arnim der Hauptvertreter der sogenannten Heidelberger Romantik.

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Liebesgedichte – Komm heraus, komm heraus von Clemens Brentano

Komm heraus, komm heraus, du schöne schöne Braut,
Deine guten Tage sind nun alle, alle aus.
Deine Jungfraun läßt du stehn,
Willst nun zu den Weibern gehn.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Lege ab, lege ab auf ewige, ewige Zeit
Schild und Schwert und Panzer, deine Waffen, dein Geschmeid.

Aus dem Helm ins Haubelein
Schließest du die Locken ein.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Lache nur, lache nur, die roten, roten Schuh
Werden dich einst drücken. sie sind eng genug dazu,
Wenn wir zu dem Tanze gehn,
Wirst du bei der Wiege stehn.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Winke nur, winke nur, sind nur leichte, leichte Wink‘,
Bis du an dem Finger trägst den goldnen Sklavenring,
Goldne Ketten legst du an,
Und beschwerlich wird die Bahn!

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

Tanze nur, tanze nur deinen letzten letzten Tanz,
In der Sonne welket bald dein schöner Hochzeitskranz.
Lasse nur die Blumen stehn,
Auf den Acker mußt du gehen.

Dein Schleierlein weht, dein Schleierlein weht,
Die Tränen des Taues, die weinest du zu spät.

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