Möchten Sie Liebesgedichte suchen?

Sie stöbern inGedichte von Simon Dach

ImStandard

Liebesgedichte – Daniel Rose und Anna Löbbe von Simon Dach

Liebesgedichte – Daniel Rose und Anna Löbbe von Simon Dach

Liebesgedichte – Daniel Rose und Anna Löbbe von Simon Dach

 

Der Herbst gibt schon sich an durch kurtzen Tag vnd Regen,
Man lieset Wein vnd Obst, das Korn ist abgemeyt,
Die Braut spricht aber, jetzt sey jhre Rosen-Zeit,
Ist Rosen-lüstern mehr als sie zu seyn hat pflegen.

Wie kläglich thut sie bloß der lieben Rosen wegen?
Mein, gebt sie jhr doch hin, geht aber was beyseit,
Gebt achtung, wie sie sich der Rosen halber frewt,
Vnd seht, sie wil sie gar auch in jhr Bette legen.

Was macht jhr, Jungfraw Braut? jhr fehlt der Sachen gantz,
Die Ros‘ ist hier nicht zu, sie sol in ewren Krantz.
Wer nicht der Rosen Nutz erkennt, sol sie nicht brechen.

Doch geht es vns nicht an, jhr habt die Ros‘ allein;
Wisst aber gleichwol, daß bey Rosen Dornen seyn,
Gebraucht euch ihrer wol, vnd hüttet euch: sie stechen.

ImStandard

Gedichte über Liebe & Leben – Horto recreamur amœno von Simon Dach

Gedichte über Liebe & Leben – Horto recreamur amœno von Simon Dach

Gedichte über Liebe & Leben – Horto recreamur amœno von Simon Dach

 

Vor 1645.

Der habe Lust zu Würffeln vnd zu Karten,
Der zu dem Tantz, vnd der zum kühlen Wein,
Ich liebe nichts, als was in diesem Garten
Mein Drangsals-trost vnd KranckheitArtzt kan seyn,
Ihr grünen Bäume,
Du Blumen Zier,
Ihr Hauß der Reyme,
Ihr zwinget mir
Dieß Lied herfür.

Mir mangelt nur mein Spiel, die süsse Geige,
Die würdig ist, daß sie mit Macht erschall’,
Hie, wo das Laub vnd die begrünten Zweige
Am Graben mich vmbschatten überal,
|Hie wo von weiten
Die Gegend lacht,
Wo an der Seiten
Der Wiesen Pracht
Mich frölich macht.

Was mir gebricht an Geld vnd grossen Schätzen,
Muß mein Gemüht vnd dessen güldne Ruh
Durch freyes Thun vnd Frölichkeit ersetzen,

Die schleusst vor mir das Hauß der Sorgen zu;
Ich wil es geben
Vmb keine Welt,
Daß sich mein Leben
Oft ohne Geld
So frewdig hält.

Gesetzt, daß ich den Erdenkreiß besesse,
Vnd hätte nichts mit guter Lust gemein,
Wann ich der Zeit in Angst vnd Furcht genösse,
Was würd’ es mir doch für ein Vortheil seyn?
Weg mit dem allen,
Was Vnmuht bringt!
Mir sol gefallen
Was lacht vnd singt
Vnd Frewd’ erzwingt.

Ihr alten Baum’, vnd jhr noch junge Pflantzen,
Rings vmb verwahrt vor aller Winde Stoß,
Wo vmb vnd vmb sich Frewd’ vnd Ruh verschantzen,
Senckt alle Lust herab in meinen Schoß,
Ihr solt imgleichen
Durch dieß mein Lied
Auch nicht verbleichen,
So lang man Blüht
Auf Erden sieht.

ImStandard

Gedichte über Liebe & Leben – Perstet amicitiæ semper venerabile Fædus! von Simon Dach

Gedichte über Liebe & Leben – Perstet amicitiæ semper venerabile Fædus! von Simon Dach

Gedichte über Liebe & Leben – Perstet amicitiæ semper venerabile Fædus! von Simon Dach

 

Vor 1640.

1.
Der Mensch hat nichts so eigen,
So wol steht jhm nichts an,
Als daß Er Trew erzeigen
Vnd Freundschafft halten kan;
Wann er mit seines gleichen
Soll treten in ein Band,
Verspricht sich nicht zu weichen
Mit Hertzen, Mund vnd Hand.

2.
Die Red’ ist vns gegeben,
Damit wir nicht allein
Vor vns nur sollen leben
Vnd fern von Leuten seyn;
Wir sollen vns befragen
Vnd sehn auff guten Raht,
Das Leid einander klagen
So vns betretten hat.

3.
Was kan die Frewde machen,
Die Einsamkeit verheelt?

Das gibt ein duppelt Lachen,
Was Freunden wird erzehlt;
Der kan sein Leid vergessen,
Der es von Hertzen sagt;
Der muß sich selbst aufffressen,
Der in geheim sich nagt.

4.
Gott stehet mir vor allen,
Die meine Seele liebt;
Dann soll mir auch gefallen,
Der mir sich hertzlich giebt;
Mit diesem Bunds-Gesellen
Verlach’ ich Pein vnd Noht,
Geh’ auff dem Grund der Hellen
Vnd breche durch den Tod.

5.
Ich hab’, ich habe Hertzen
So trewe, wie gebührt,
Die Heucheley vnd Schertzen
Nie wissendlich berührt;
Ich bin auch jhnen wieder
Von grund der Seelen hold,
Ich lieb’ euch mehr, jhr Brüder,
Als aller Erden Gold.