Liebesgedichte – Die Sonnenuhr von Rainer Maria Rilke

Liebesgedichte - Die Sonnenuhr von Rainer Maria Rilke

Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule aus dem Gartenschatten, wo einander Tropfen fallen hören und ein Wander- vogel lautet, zu der Säule, die in Majoran und Koriander steht und Sommerstunden zeigt; nur sobald die Dame (der ein Diener nachfolgt) in dem hellen Florentiner über ihren Rand sich neigt, wird sie schattig und verschweigt -. Oder […]

Liebesgedichte – An der sonngewohnten Straße von Rainer Maria Rilke

Liebesgedichte - An der sonngewohnten Straße von Rainer Maria Rilke

An der sonngewohnten Straße, in dem hohlen halben Baumstamm, der seit lange Trog ward, eine Oberfläche Wasser in sich leis erneuernd, still’ ich meinen Durst: des Wassers Heiterkeit und Herkunft in mich nehmend durch die Handgelenke. Trinken schiene mir zu viel, zu deutlich; aber diese wartende Gebärde holt mir helles Wasser ins Bewußtsein. Also, kämst […]

Liebesgedichte – Noch fast gleichgültig ist dieses Mit-dir-sein von Rainer Maria Rilke

Liebesgedichte - Noch fast gleichgültig ist dieses Mit-dir-sein von Rainer Maria Rilke

Noch fast gleichgültig ist dieses Mit-dir-sein… Doch über ein Jahr schon, Erwachsenere, kann es vielleicht dem Einen, der dich gewahrt, unendlich bedeuten: Mit dir sein! Ist Zeit nichts? Auf einmal kommt doch durch sie dein Wunder. Daß diese Arme, gestern dir selber fast lästig, einem, den du nicht kennst, plötzlich Heimat versprechen, die er nicht […]

Liebesgedichte – Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz von Rainer Maria Rilke

Liebesgedichte - Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz von Rainer Maria Rilke

Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz, an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen; du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen, du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen, du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen, du dunkles Netz, darin sich flüchtend die Gefühle fangen. Du hast dich so unendlich groß begonnen an jenem […]

Liebesgedichte – Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte von Rainer Maria Rilke

Liebesgedichte - Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte von Rainer Maria Rilke

Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte ins Haar, das leis ein weher Wind bewegt – Siehst du den Mond, wie eine silberechte Merkmünze, und ein Bild ist eingeprägt: ein Weib, das lächelnd dunkle Dornen trägt – Das ist das Zeichen toter Liebesnächte. Fühlst du die Rosen auf der Stirne sterben? Und jede läßt […]