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Gedichte von Liebe & Leben – An eine Geschminckte von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – An eine Geschminckte von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – An eine Geschminckte von Andreas Gryphius

 

Was ist an Euch/ das Ihr Ewr eigen möget nennen?
Die Zähne sind durch Kunst in leeren Mund gebracht;
Euch hat der Schmincke dunst das Antlitz schöngemacht/
Daß Ihr tragt frembdes Haar/ kan leicht ein jederkennen/
Vnnd daß Ewr Wangen von gezwungner Rötebrennen/
Ist allen offenbahr/ deß Halses falsche Pracht/
Vnd die polirte Stirn wird billich außgelacht,
Wenn man die salben sich schawt vmb die Runtzelntrennen.
Wenn diß von aussen ist/ was mag wol in Euchsein/
Alß List vnd Trügerey/ Ich bild mir sicher ein/
Daß vnter einem Haupt/ das sich so falsch gezieret/
Auch ein falsch Hertze steh/ voll schnöderheucheley.
Sambt eim geschminckten Sin vnd Gleißnereydarbey/
Durch welche (wer Euch trawt) wird jammerlichverführet.

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Gedichte von Liebe & Leben – Es ist alles eitel von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – Es ist alles eitel von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – Es ist alles eitel von Andreas Gryphius

 

Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:
Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.
Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,
Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!

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Gedichte von Liebe & Leben – Menschliches Elende von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – Menschliches Elende von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – Menschliches Elende von Andreas Gryphius

 

Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen /
Ein Ball des falschen Glücks / ein Irrlicht dieser Zeit /
Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharfem Leid /
Ein bald verschmelzter Schnee / und abgebrannte Kerzen /
Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid /
Und in das Toten-Buch der großen Sterblichkeit
Längst eingeschrieben sind / sind uns aus Sinn und Herzen.
Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt /
Und wie ein Strom verscheust / den keine Macht aufhält:
So muß auch unser Nam’ / Lob / Ehr’ und Ruhm verschwinden /
Was itzund Atem holt / muß mit der Luft entfliehn
Was nach uns kommen wird / wird uns ins Grab nachziehn /
Was sag ich? wir vergehn wie Rauch von starken Winden.

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Gedichte von Liebe & Leben – Abend von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – Abend von Andreas Gryphius

Gedichte von Liebe & Leben – Abend von Andreas Gryphius

 

Der schnelle Tag ist hin / die Nacht schwingt ihre Fahn /
Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen feld und werck / Wo Thier und Vögel waren
Trawert itzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan!

Der port naht mehr und mehr sich / zu der glieder Kahn.
Gleich wie diß licht verfiel / so wird in wenig Jahren
Ich / du / und was man hat / und was man siht / hinfahren.
Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.

Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Laufplatz gleiten
Laß mich nicht ach / nicht pracht / nicht luft / nicht angst verleiten.
Dein ewig heller glantz sei von und neben mir /
Laß / wenn der müde Leib entschläfft / die Seele wachen /
Und wenn der letzte Tag wird mit mir abend machen /
So reiß mich auß dem thal der Finsterniß zu dir.