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Liebesgedichte – Liebeslied von Klabund

Liebesgedichte – Liebeslied von Klabund

Dein Mund, der schön geschweifte,
Dein Lächeln, das mich streifte,
Dein Blick, der mich umarmte,
Dein Schoß, der mich erwarmte,
Dein Arm, der mich umschlungen,
Dein Wort, das mich umsungen,
Dein Haar, darein ich tauchte,
Dein Atem, der mich hauchte,
Dein Herz, das wilde Fohlen,
Die Seele unverhohlen,
Die Füße, welche liefen,
Als meine Lippen riefen -:
Gehört wohl mir, ist alles meins,
Wüßt nicht, was mir das liebste wär,
Und gäb nicht Höll noch Himmel her:
Eines und alles, all und eins.

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Wunderschöne Traurede einer Hochzeit

Wunderschöne Traurede einer Hochzeit

Die wahre Liebe offenbart sich in der Not und ist wie ein Licht, dass um
so heller strahlt, je dunkler die Nacht ist.
Leonardo da Vinci

Ich möchte Sie, Herr … und Sie Frau …, Ihre Trauzeugen und Ihre Gäste hier im Fledermausschloss in Weißig recht herzlich begrüßen.

Verehrtes Brautpaar,
ein bedeutsamer und feierlicher Anlass führt Sie heute hierher.
Nach reiflicher Überlegung und Prüfung haben Sie den Entschluss
gefasst, vor dem Gesetz den Bund der Ehe zu schließen.
Aus einem Ich und einem Du wird für jeden von Ihnen ein Wir.
Im Herzen gaben Sie sich sicher schon lange vor dem heutigen Tag
Ihr gegenseitiges Ja-Wort.
Doch so bedeutungsvoll diese Stunde auch für Ihr Leben ist vermag sie
eben nur diese Rechtsverhältnisse zu regeln, nicht auch Ihr gemeinsames
Leben.
Ihre Ehe im tieferen Sinne dieses Wortes zu formen wird nun Ihre
Aufgabe sein.

(Ein (fast) strahlender Himmel hat Ihnen den Weg zum Trausaal/Trauplatz verschönt.)
Sie selbst kommen heut hierher mit einem Gefühl, dass Sie hinaushebt über den Alltag.
Alles ist höchste Erwartung, Hoffnung und Spannung.
Unbegreiflich ist es, dass die meisten unserer Dichter mit dieser Stunde abschließen.
Eigentlich sollten Sie mit dem Tag der Hochzeit anfangen.
Denn hier beginnt die Zeit, dass der Eine sich am Anderen hinaufrankt, dass Einer den Anderen durch seine ganze Kraft, durch sein ganzes Wissen und Können, durch seine ganze Liebe und Güte bereichert und ergänzt.

Bei dem Wort Hochzeit fallen jedem Menschen auch Begriffe wie Liebe, Treue, Zuneigung, gegenseitige Achtung und Unterstützung ein. Freude kommt auf bei dem Gedanken an die gut vorbereitete Feier, an die vielen Details, die sich alle einfallen lassen haben um diesen Tag zu einem herausragenden Tag im eigenen Leben zu machen.

Aber auch Ihr Eheleben später wird von den Details, die Sie bereit sind zu geben, reicher gemacht.
Ihre Entscheidung, den Bund für´s Leben zu schließen, basiert auf der Gewissheit, Höhen und Tiefen gemeinsam bewältigen zu können.
Ich wünsche Ihnen dafür viel Glück.

Als Sie sich im Juni 2011 zufällig im Internet kennen lernten hat wohl keiner von Ihnen daran gedacht, dass Sie sich heute hier das Ja-Wort geben werden.
Bereits drei Tage später trafen Sie sich zum ersten mal.
Das zweite Treffen fand über das gesamte Wochenende statt und natürlich mit den Kindern, so dass Sie am 11. Juli 2011 ein Paar wurden.
Zu diesem Zeitpunkt begann eine anstrengende und zugleich wunderschöne Zeit der Prüfung der Gefühle füreinander.
Und wie wir alle wissen sind die Prüfungen des Lebens nicht immer leicht.
Ein dreiviertel Jahr fuhr der Bräutigam täglich von Bautzen nach Weißwasser zu Liebsten und den Kindern – bis Sie sich entschloss nach Bautzen zu ziehen.
Zur Belohnung gab es einen wunderschönen Familiensommerurlaub auf der Insel Rügen.
Und Ostern 2014 machte der Bräutigam seiner Braut einen Heiratsantrag.
Was die Braut geantwortet hat wissen wir alle!
Und heute nun die Krönung!
Das Ja-Wort der Braut und des Bräutigams auf ewig.
Das kleine, unscheinbare Wörtchen „Ja“ ist heute von großer Bedeutung.

Es steht für Liebe und Zuneigung.
Denn nur die Liebe allein versteht das Geheimnis andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.

Albert Camus sagte: Einen Menschen lieben heißt einwilligen, mit ihm alt zu werden.

Keine leichte Aufgabe!
Es kommt darauf an, die Beziehung nicht als etwas anzusehen, was von alleine läuft, von allein läuft immer der gleiche Spielplan.
Doch das Pünktchen auf dem „i“, das, was eine Ehe lebendig erhält, das sind die besonderen Momente, in denen man wieder spürt, wie sehr man sich mag und zusammengehört.
Sie werden sehen es lohnt sich, denn Nicole, Sie haben einen Gefährten zur Seite, der Ihnen mit seinem Ja-Wort heute verspricht in Ihrem Zusammenleben mit Verständnis zu reagieren, damit Ihre Ehe den Stürmen des Lebens standhält und das Glück bringt, das Sie sich vorstellen.
Sie werden wie alle Eheleute gute und weniger gute Tage erleben,
aber Sie wissen auch, dass es Ihnen nicht immer selbst gelingt so zu sein,
wie Sie es gerne möchten
Das bedenken Sie stets, wenn Sie aneinander noch Fehler und Schatten entdecken.
Es wird nicht ausbleiben, dass Ihre Gegensätze aufeinander prallen.
Nicht immer wird es Ihnen gelingen der weisen Empfehlung zu folgen:
„Der Klügere gibt nach“.
All Ihre Bedenken soll Ihre Liebe überstrahlen, das Vertrauen zu dem Menschen, dem Sie heut bereit sind die Hand für´s Leben zu reichen.
Wir spüren, dass es etwas Großes und Schönes ist, wenn zwei Menschen einander gefunden haben.
Dabei harrt Ihrer, verehrtes Brautpaar, eine ganz besondere Aufgabe:
Sie wollen Ihren Kindern, liebevolle Eltern sein.
Es gibt wohl keinen schöneren Lohn für Sie als zu erleben, dass Ihnen aus diesen Kinderaugen wahre Zuneigung und offenes Vertrauen entgegenleuchten.

Ich wünsche Ihnen, dass sich auch in den schwierigsten Situationen Ihres Ehelebens Ihre Liebe bewährt.
Sie sehen, liebes Brautpaar, die Ehe ist eine Kunst.
Die Kunst des Zusammenlebens zweier Menschen, die beide ihre
Eigenarten bewahren.
Für Ihren künftigen Lebensweg wünschen wir alle in dieser Stunde
Gesundheit und recht viel Glück, mögen aber besonders Ihre eigenen,
gegenseitigen Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen.
Die Ringe, die Sie im Anschluss tauschen werden sind Sinnbild des
Insichgeschlossenen, der Einheit und der Treue.
Sie haben kein Anfang und kein Ende und können ohne Gewalt nicht
getrennt werden.
Und so soll es auch in Ihrer Ehe sein.
Der Ring an Ihrem Finger soll Sie immer daran erinnern, dass Sie mit
Ihrem Ja-Wort versprochen haben miteinander durchs Leben zu gehen.
Mein Wunsch für Sie ist es, dass Sie so wie heute immer ein Herz und eine
Seele sind und niemals neben- sondern immer nur füreinander leben.
Ich möchte mit einem kleinen Spruch enden:

Glück ist niemals ortsgebunden, es kennt auch keine Jahreszeit und Glück hat noch immer der gefunden, der sich seines Lebens freut.

oder
Ich möchte mit einem uralten, weisen Spruch enden:

Die Frau sollte ihren Mann nicht zu sehr lieben, sondern ab und an versuchen, ihn zu verstehen.
Der Mann dagegen sollte nicht versuchen, seine Frau zu verstehen, er sollte sie einfach nur lieben.

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Liebesgedichte – Wer machte dich so krank? von Justinus Kerner

Liebesgedichte – Wer machte dich so krank? von Justinus Kerner

Daß du so krank geworden,
Wer hat es denn gemacht? –
Kein kühler Hauch aus Norden
Und keine Sternennacht.

Kein Schatten unter Bäumen,
Nicht Glut des Sonnenstrahls,
Kein Schlummer und kein Träumen
Im Blütenbett des Tals.

Kein Trunk vom Felsensteine,
Kein Wein aus vollem Glas,
Der Baumesfrüchte keine,
Nicht Blume und nicht Gras.

Daß ich trag‘ Todeswunden,
Das ist der Menschen Tun;
Natur ließ mich gesunden,
Sie lassen mich nicht ruhn.

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Liebesgedichte – Blinde Liebe von Justinus Kerner

Liebesgedichte – Blinde Liebe von Justinus Kerner

Heda! wer klopft da draußen
So spät noch in der Nacht?
»Almosen einem Blinden,
Den Liebe blind gemacht!«

Wer blind ist, geht geführet,
Nicht so in Nacht allein! –
Da schlägt er auf sein Auge,
Funkelnd wie Sonnenschein.

Wohlan! du lieber Blinder;
Herein aus kalter Nacht!
Dein Auge, ach, dein Auge
Hat mich nun blind gemacht.

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Liebesgedichte – Stille Liebe von Justinus Kerner

Liebesgedichte – Stille Liebe von Justinus Kerner

Könnt‘ ich dich in Liedern preisen,
Säng‘ ich dir das längste Lied,
Ja, ich würd‘ in allen Weisen
Dich zu singen nimmer müd.

Doch was immer mich betrübte,
Ist, daß ich nur immer stumm
Tragen kann dich, Herzgeliebte!
In des Busens Heiligtum.

Und daß du, was laut ich sage
Oder preis‘ in Sangeslust,
Meinest, daß ich tiefer trage
Als dich, Herz, in warmer Brust.

Dieser Schmerz hat mich bezwungen,
Daß ich sang dies kleine Lied,
Doch von bittrem Leid durchdrungen,
Daß noch keins auf dich geriet.

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Liebesgedichte – Stummsein der Liebe von Justinus Kerner

Liebesgedichte – Stummsein der Liebe von Justinus Kerner

Wohl neigt nach goldner Sonne
Sich stumm die Blum‘ der Au,
Doch spricht von ihrer Wonne
Im Kelch der helle Tau.

Halt‘ ich die Lieb‘ umwunden,
Gedrückt ans Herze ganz,
Schweigt Lippe fest gebunden,
Spricht nur des Auges Glanz.

Ein armes Herz, entschlagen
So plötzlich aller Pein,
O Liebe! kann nichts sagen,
Das kann nur stille sein.

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Liebesgedichte – Abendstille von Gottfried Kinkel

Liebesgedichte – Abendstille von Gottfried Kinkel

Nun hat am klaren Frühlingstage
Das Leben reich sich ausgeblüht;
Gleich einer ausgeklungnen Sage,
Im West das Abendroth verglüht.
Des Vogels Haupt ruht unterm Flügel,
Kein Rauschen tönt, kein Klang und Wort;
Der Landmann führt das Roß am Zügel,
Und Alles ruht an seinem Ort.

Nur fern im Strome noch Bewegung,
Der weit durch’s Thal die Fluten rollt:
Es quillt vom Grunde leise Regung,
Und Silber säumt sein flüssig Gold.
Dort auf dem Strom noch ziehen leise
Die Schiffe zum bekannten Port,
Geführt vom Fluß im sichern Gleise –
Sie kommen auch an ihren Ort.

Hoch oben aber eine Wolke
Von Wandervögeln rauscht dahin;
Ein Führer streicht voran dem Volke
Mit Kraft und landeskund’gem Sinn.
Sie kehren aus dem schönen Süden
Mit junger Lust zum heim’schen Nord,
Nichts mag den sichern Flug ermüden –
Sie kommen auch an ihren Ort!

Und du, mein Herz! in Abendstille
Dem Kahn bist du, dem Vogel gleich,
Es treibt auch dich ein starker Wille,
An Sehnsuchtsschmerzen bist du reich.
Sei’s mit des Kahnes stillem Zuge,
Zum Ziel doch geht es immer fort;
Sei’s mit des Kranichs raschem Fluge –
Auch du, Herz, kommst an deinen Ort!

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Liebesgedichte – An einen Ingenieur, Liebhaber der Phyllis von Anna Louisa Karsch

Liebesgedichte – An einen Ingenieur, Liebhaber der Phyllis von Anna Louisa Karsch

Du kennst den Grund der Festungswerke.

Mit einem Blicke messest du

Der Schanzen und der Mauern Stärke;

Doch meine Muse ruft dir zu:

So wahr, als Friedrich unvergessen

Bewundert wird in später Zeit,

So wahr ist dies Unmöglichkeit

Des Herzens Tiefen auszumessen.

Sei klug, bedenke dich so schlau

Wie einst Ulysses ist gewesen,

Nie wirst du der verschmitzten Frau

Verborgenste Gedanken lesen.

Sie decket ihre feinste List

Mit Blumen zu, bis du gefangen

Gleich einem Dohnenvogel bist.

Sie schmachtet, seufzt, netzt ihre Wangen

Mit Thränen, die sie künftig weint.

Sie nennt dich oft in einer Stunde

Wohl tausendmal den besten Freund,

Und schwört mit schmeichlerischem Munde

Beim Grabmal ihres Vaters, bei

Den Sternen und bei allen Göttern,

Bei Sonnenschein und Donnerwettern,

Daß ihr dein Kuß noch süßer sei,

Als Süßigkeit von jungen Bienen;

Und zaubert dich mit holden Mienen

An ihre giftbestrichne Brust

Und nennt dich ihre größte Lust,

Den ersten Abgott ihrer Seele,

Den reichsten Jüngling von der Welt,

Den Menschen, der in einer Höhle

Mehr ihren Augen wohlgefällt,

Als Prinzen, die so fein nicht fühlen

Im Prunksaal und auf goldnen Stühlen

Und einer sammtbezognen Bank.

Sie stellt sich gar vor Liebe krank,

Und redet nur gebrochne Töne.

O sanfter Jüngling, glaub es nicht:

Es ist die Stimme der Syrene,

Die ausstudirte Worte spricht.

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Liebesgedichte – An Denselben von Anna Louisa Karsch

Liebesgedichte – An Denselben von Anna Louisa Karsch

Milon, gestern war ich selig,

Wie ein Sonnenbürger ist:

Ach mein Auge hat unzählig

Diese Stirne sanft geküßt,

Die der Mahler kaum so göttlich

Mahlen wird, als du sie hast.

Mache mir doch künftig spöttlich

Nicht die Tage mehr zur Last –

O was hab ich ausgestanden,

Als Zemire ward gespielt,

Und mich deine Blicke fanden,

Und ich nicht den Trost erhielt,

Daß du in der Nähe bliebest.

Sage mir, warum du so

Meiner Seele Kummer liebest?

Sprich, warum dein Fuß entfloh,

Daß ich deiner vollen Schläfe

Feine Locken nicht mehr sah?

Denke nur, wie mir geschah,

Fast als ob ein Blitz mich träfe,

Weinen wollt ich eine Fluth,

Durfte nicht und mussts ersticken.

Schmerz durchflammete mein Blut,

Wehmut saß in meinen Blicken,

Bis Zemirens Rose kam,

Und ich meine Rosen dachte,

Und der gar zu schwere Gram

Sich durch Thränen leichter machte.