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Gedichte über Liebe & Leben – Fragen von Heinrich Heine

Gedichte über Liebe & Leben – Fragen von Heinrich Heine

Gedichte über Liebe & Leben – Fragen von Heinrich Heine

Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer
Steht ein Jüngling-Mann,
Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel,
Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:

»O löst mir das Rätsel des Lebens,
Das qualvoll uralte Rätsel,
Worüber schon manche Häupter gegrübelt,
Häupter in Hieroglyphenmützen,
Häupter in Turban und schwarzem Barett,
Perückenhäupter und tausend andre
Arme, schwitzende Menschenhäupter –
Sagt mir, was bedeutet der Mensch?
Woher ist er kommen? Wo geht er hin?
Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?«

Es murmeln die Wogen ihr ewges Gemurmel,
Es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,
Es blinken die Sterne, gleichgültig und kalt,
Und ein Narr wartet auf Antwort.

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Liebesgedichte – Wir haben viel füreinander gefühlt von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Wir haben viel füreinander gefühlt von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Wir haben viel füreinander gefühlt von Heinrich Heine

 

Wir haben viel füreinander gefühlt,
Und dennoch uns gar vortrefflich vertragen.
Wir haben oft “Mann und Frau” gespielt,
Und dennoch uns nicht gerauft und geschlagen.
Wir haben zusammen gejauchzt und gescherzt,
Und zärtlich uns geküßt und geherzt.
Wir haben am Ende, aus kindischer Lust,
“Verstecken” gespielt in Wäldern und Gründen,
Und haben uns so zu verstecken gewußt,
Daß wir uns nimmermehr wiederfinden.

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Liebesgedichte – Ich liebe solche weiße Glieder von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Ich liebe solche weiße Glieder von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Ich liebe solche weiße Glieder von Heinrich Heine

 

Ich liebe solche weiße Glieder,
Der zarten Seele schlanke Hülle,
Wildgroße Augen und die Stirne
Umwogt von schwarzer Lockenfülle!

Du bist so recht die rechte Sorte,
Die ich gesucht in allen Landen;
Auch meinen Wert hat euresgleichen
So recht zu würdigen verstanden.

Du hast an mir den Mann gefunden,
Wie du ihn brauchst. Du wirst mich reichlich
Beglücken mit Gefühl und Küssen,
Und dann verraten, wie gebräuchlich.

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Gedichte über Liebe & Leben – Frühlingsfeier von Heinrich Heine

Gedichte über Liebe & Leben – Frühlingsfeier von Heinrich Heine

Gedichte über Liebe & Leben – Frühlingsfeier von Heinrich Heine

 

Das ist des Frühlings traurige Lust!

Die blühenden Mädchen, die wilde Schar,

Sie stürmen dahin, mit flatterndem Haar

Und Jammergeheul und entblößter Brust: –

„Adonis! Adonis!“

Es sinkt die Nacht. Bei Fackelschein,

Sie suchen hin und her im Wald,

Der angstverwirret wiederhallt

Von Weinen und Lachen und Schluchzen und

Schrein:

„Adonis! Adonis!“

Das wunderschöne Jünglingsbild,

Es liegt am Boden blaß und tot,

Das Blut färbt alle Blumen rot,

Und Klagelaut die Luft erfüllt: –

„Adonis! Adonis!“

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Gedichte über Liebe & Leben – Lobgesänge auf König Ludwig von Heinrich Heine

Gedichte über Liebe & Leben – Lobgesänge auf König Ludwig von Heinrich Heine

Gedichte über Liebe & Leben – Lobgesänge auf König Ludwig von Heinrich Heine

 

Das ist Herr Ludwig von Bayerland,
Desgleichen gibt es wenig;
Das Volk der Bavaren verehrt in ihm
Den angestammelten König.

Er liebt die Kunst, und die schönsten Fraun,
Die läßt er porträtieren;
Er geht in diesem gemalten Serail
Als Kunsteunuch spazieren.

Bei Regensburg läßt er erbaun
Eine marmorne Schädelstätte,
|Und er hat höchstselbst für jeden Kopf
Verfertigt die Etikette.

„Walhallagenossen“, ein Meisterwerk,
Worin er jedweden Mannes
Verdienste, Charakter und Taten gerühmt,
Von Teut bis Schinderhannes.

Nur Luther, der Dickkopf, fehlt in Walhall,

Und es feiert ihn nicht der Walhall-Wisch;
In Naturaliensammlungen fehlt
Oft unter den Fischen der Walfisch.

Herr Ludwig ist ein großer Poet,
Und singt er, so stürzt Apollo
Vor ihm auf die Knie und bittet und fleht:
„Halt ein! ich werde sonst toll, oh!“

Herr Ludwig ist ein mutiger Held,
Wie Otto, das Kind, sein Söhnchen;
Der kriegte den Durchfall zu Athen,
Und hat dort besudelt sein Thrönchen.

Stirbt einst Herr Ludwig, so kanonisiert
Zu Rom ihn der Heilige Vater –
Die Glorie paßt für ein solches Gesicht,
Wie Manschetten für unseren Kater!

Sobald auch die Affen und Känguruhs
Zum Christentum sich bekehren,
Sie werden gewiß Sankt Ludewig
Als Schutzpatron verehren.

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Liebesgedichte – Abenddämmerung von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Abenddämmerung von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Abenddämmerung von Heinrich Heine

 

Am blassen Meeresstrande
Saß ich gedankenbekümmert und einsam.
Die Sonne neigte sich tiefer, und warf
Glührote Streifen auf das Wasser,
Und die weißen, weiten Wellen,
Von der Flut gedrängt,
Schäumten und rauschten näher und näher –
Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und Pfeifen,
Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,
Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen –
Mir war, als hört ich verschollne Sagen,
Uralte, liebliche Märchen,
Die ich einst, als Knabe,
Von Nachbarskindern vernahm,
Wenn wir am Sommerabend,
Auf den Treppensteinen der Haustür,
Zum stillen Erzählen niederkauerten,
Mit kleinen horchenden Herzen
Und neugierklugen Augen; –
Während die großen Mädchen,
Neben duftenden Blumentöpfen,
Gegenüber am Fenster saßen,
Rosengesichter,
Lächelnd und mondbeglänzt.

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Liebesgedichte – Es war ein alter König von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Es war ein alter König von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Es war ein alter König von Heinrich Heine

 

Es war ein alter König,
Sein Herz war schwer, sein Haupt war grau;
Der arme alte König,
Er nahm eine junge Frau.

Es war ein schöner Page,
Blond war sein Haupt, leicht war sein Sinn;
Er trug die seidne Schleppe
Der jungen Königin.

Kennst du das alte Liedchen?
Es klingt so süß, es klingt so trüb!
Sie mußten beide sterben,
Sie hatten sich viel zu lieb.

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Liebesgedichte – Was will die einsame Träne? von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Was will die einsame Träne? von Heinrich Heine

Liebesgedichte – Was will die einsame Träne? von Heinrich Heine

 

Was will die einsame Träne?
Sie trübt mir ja den Blick.
Sie blieb aus alten Zeiten
In meinem Auge zurück.

Sie hatte viel leuchtende Schwestern,
Die alle zerflossen sind,
Mit meinen Qualen und Freuden,
Zerflossen in Nacht und Wind.

Wie Nebel sind auch zerflossen
Die blauen Sternelein,
Die mir jene Freuden und Qualen
Gelächelt ins Herz hinein.

Ach, meine Liebe selber
Zerfloß wie eitel Hauch!
Du alte, einsame Träne,
Zerfließe jetzunder auch!